Togo ist auf eine ganz besondere Weise ein reiches Land.

"Der wahre Reichtum des Landes liegt in der Aufgeschlossenheit und Friedlichkeit der Menschen."

Alexander Rossner, Zukunftswerk

Informationen und Hintergründe zu Togo

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Togo hat eine Landesfläche von 56.785 km² und ist für afrikanische Verhältnisse ein Kleinstaat: nur wenige Länder Afrikas haben eine noch kleinere Staatsfläche. Es hat eine langgestreckte, schmale Form mit einer Ausdehnung in Nord-Süd-Richtung von etwa 550 km, in West-Ost-Richtung aber nur 50 bis 140 km. Davon sind 16% bewal-det, 25% Ackerland und 3,5% Weideland.Das Land liegt in Westafrika bei 8 Grad nördlicher Breite und 1° 10‘ östlicher Länge. Es ist in die fünf Regionen Maritime, Plateaux, Centralee, Kara und Savanes aufgeteilt. Die Landesgrenze hat eine Länge von 1647 km. Davon entfallen 644 km auf die Grenze zu Benin, 126 km auf die Grenze zu Burkina Faso und 877 km auf die Grenze zu Ghana.

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Togo hat den tiefsten Hochseehafen im gesamten Guiena-Becken.Im Süden öffnet sich das Land zum Golf von Guinea und zum Südatlantik. Von den palmengesäumten Lagunen und Sandstränden der 56 km langen Küste erstreckt sich das Ouatchi-Plateau bis ins höhere Tafelland. Das im Südwesten des Landesinneren bewaldete Togo-Gebirge verläuft nordostwärts bis nach Benin. In den niederen Lagen im Norden und Süden herrscht eine Savanne mit Antilopen und Elefanten vor.Der höchste Berg in Togo ist der Mont Agou mit 986 m Höhe über dem Meeresspiegel. Der längste Fluss ist der Mono mit rund 400 km Länge. Er verläuft von Nord nach Süd und ist auf 50 km als Wasser-straße nutzbar.

Daten

Gesamtbevölkerung   7,15 Mio. (Juli 2013)
Bevölkerungsdichte   118 Einwohner pro km2
Jährliche Wachstumsrate der Bevölkerung   2,4%
Lebenserwartung Männer   60,4 Jahre
Lebenserwartung Frauen    63,9 Jahre
Säuglingssterblichkeit    78 von 1000 Geburten (Deutschland: 3,4 pro 1000)
Schulabschluss in der Primarstufe    74,6%
Monatliches Durchschnitts-einkommen   23.230 FCFA (35,50 €)
Erwerbsquote landesweit    rund 30%
Exportprodukte und Rohstoffe  

Kaffee, Kakao, Reis, Bohnen, Erdnüsse, Baumwolle, Palmöl, Phosphat, Eisen, Kalkstein

Geografische Kennzahlen  

Gesamtfläche: 56.785 km2 (etwa die Größe von Hessen und Baden-Württemberg zusammen), Ausdehnung Süd–Nord 630 km, Ost–West 150 km

Klima   feuchtheiß-tropisch; Regenzeiten im Süden von April bis Juni und von Oktober bis November; im Norden zwischen April und September
Hauptstadt   Lomé (1,2 Millionen Einwohner)
Landessprachen   Amts- und Verkehrssprache ist Französisch, im Süden sind die Sprachen Ewé und Mina verbreitet, im Norden Kabiyè. Außerdem gibt es rund 40 weitere Stammes-sprachen.
Währung   CFA-Franc (FCFA)
Religionen   50% Animisten, 26% Katholiken; 15% Muslime, 9% Protestanten
    Quellen: Auswärtiges Amt BRD, CIA-World-Factbook, Chambre de Commerce et d‘Industrie du Togo, Stiftung Weltbevölkerung 

 

 

 

Sprachen

Geschäftiges treiben auf den Märkten von Lomé.Sprachen: Die Amtssprache in Togo ist Französisch. Sie wird aber nicht von der gesamten Bevölkerung gesprochen. Die afrikanischen (togolesischen) Umgangssprachen sind vor allem Ewe, Mina und Kabyè im Süden, Kabyè, Moba, Lamba im Norden. Kotokoli und Haussa sind in Teilen Mittel- und Nord-Togos sehr geläufig. Insgesamt gibt es in Togo 39 lebende Sprachen. Neben diesen Sprachen werden aufgrund von Handelskontakten zu den umliegenden Ländern sowie Migrations-bewegungen von kleineren Minderheiten Sprachen aus den Nachbar-staaten oder anderen westafrikanischen Staaten gesprochen, z.B. Akan aus Ghana und Yoruba aus Nigeria. 

Ethnien

Togo hat ca. 5,6 Millionen Einwohner und ist ein Vielvölkerstaat, in dem 42 verschiedene Stammesgruppen leben. Die statistisch bedeutendste Gruppe bilden die Ewe mit rund 40% Bevölkerungs-anteil, gefolgt von den Kabyè mit ca. 23% und den Akebou mit etwa 13 %. Die Ewe/Mina sind im Süden stark vertreten, im Zentrum die Kotokoli und im Norden die Kabyè.

Religionen

Bevor ein Feld neu bepflanzt wird hält man inne um die Ahnen anzurufen.Die Naturreligionen spielen in Togo eine zentrale Rolle. Etwa 51% der Einwohner sind Anhänger von Naturreligionen. Wie auch in den afrikanischen Staaten Benin und Ghana wird in Teilen von Togo  „Voodoo“ praktiziert. Diese ursprünglich westafrikanische Religion leitet ihren Namen aus einem Wort der westafrikanischen Fon-Volksgruppe für „Geist“ oder auch „Gottheit“ ab.  Mit der Kolonisierung des Landes wurde Ende des 19. Jahrhunderts auch der christliche Glaube nach Togo gebracht. Es waren vorwiegend katholische Missionare, die im Land zahlreiche Gemeinden aufbauten. Heute sind rund 29% der Bevölkerung Christen, überwie-gend katholischen Glaubens. 20% der Bevölkerung sind Muslime.

Bildung

Kindergarten

Die institutionelle Bildung beginnt in Togo mit dem Kindergarten. Der Kindergarten und die Grundschule sind oftmals miteinander verbunden. Eltern haben ein großes Interesse daran, ihren Kindern eine Ausbildung zu ermöglichen. Aus diesem Grund werden Kinder bereits sehr früh in die Schule geschickt, falls ein Kinder-garten in der Gegend nicht vorhanden ist.

Grundschulen und Sekundarstufe

Hoffentlich gehören diese Art von Schulen auf dem Land der Vergangenheit an.

 Für die „École Primaire“ (Grundschule) besteht eine Schulpflicht. Diese dauert sechs Jahre und wird gegliedert in „Cours Primaire“ (CP) 1 und 2, „Cours Élémentaire“ (CE) 1 und 2 und „Cours Moyen“ (CM) 1 und 2. Nach der Grundschule folgt das „Collège d´Enseignement Général“ (CEG). Aufgeteilt werden die vier Jahre in „Sixième“ (6e), „Cinquième“ (5e), „Quatrième“ (4e) und „Troisième“ (3e). An dessen Ende muss die „Brevet d´Études du Premier Cycle“ (BEPC) bestanden werden. Nach jeder Klassenstufe wird durch eine Zwischenprüfung die Qualifikation für die nächste Stufe getestet.

Der Unterricht findet auch schon mal draußen statt.Jugendliche besuchen in der Regel danach die „Lycée“ (Gymnasium). Diese wird unterteilt in „Seconde“ (2nd), „Première“ (1re), BAC I (eine Art Fachabitur, Baccalauréat) und „Terminale“ (Tle), BAC II (Berechtigung zum Hochschulstudium). Als Alternativen bieten sich sonst Berufsschulen („Formation Technique et Professionnelle“) oder das Erlernen eines Berufs bei FreiberuflerInnen.

Generelles zum Schulsystem

Privatschulen nehmen Schulgeld und können damit die Anzahl der Lehrkräfte erhöhen und Schulbücher stellen. 

Oft werden zwei bis drei Klassen gemeinsam unterrichtet.Seit 2009 herrscht allgemeine Schulgeldfreiheit an den staatlichen Schulen. Familien müssen jedoch selbst für Schuluniform, Hefte sowie Bücher aufkommen. Die Schulpflicht beträgt sechs Jahre. In den Grundschulen unterrichtet je Klassenstufe eine Lehrkraft, die von anderen, angelernten, Hilfslehrkräften unterstützt wird. Die Einschulungsrate in der Grundschule ist über die Jahre gewachsen. 1996 waren es noch 85 %, 2008 lag der Wert bereits bei 94 %. Die Alphabetisierungsrate liegt derzeit insgesamt bei 60 % mit steigender Tendenz. 

Sozioökonomie

Einkommen in Togo wird in der Hauptsache in der Landwirtschaft und im Handel erzielt. Im Einzelnen stellt sich dies so dar, dass in Togo 59,3% der Haushalte ihr Einkommen ausschließlich durch Landwirtschaft, 13,9% durch agro pastorale Tätigkeiten, 7,7% durch Landwirtschaft in Verbindung mit handwerklichen Tätigkeiten und 13,8% durch Kleinhandel und landwirtschaftliche Lohnarbeit erzielen. Strukturelle Probleme, die starke Abhängigkeit von der Landwirtschaft, aber auch konjunkturelle Ursachen, wie steigende Nahrungsmittelpreise oder die weltweite Wirtschaftskrise, führen dazu, dass 53,4% der Haushalte (11,4% schwer; 42,9% moderat) von Ernährungsunsicherheit betroffen sind.

Ohne Gehörschutz und mangelnden Sicherheitsvorkehrungen ist der Alltag.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Klimawandels haben die privaten Haushalte der Region besonders anfällig für unerwartete Ereignisse, wie Krankheiten von Familienmitgliedern (24,4% geben dies als Ursache für eine Gefährdung der Ernährungssituation an), Zur Bewässerung der Felder müssen oft große Entfernungen zurückgelegt werden.schlechte Ernten (18 %), Todesfälle (7,6 %) oder Zerstörung der Ernte durch Schädlinge, Krankheiten und Tiere (6,1 %), gemacht. Nach Angabe des Roten Kreuzes Togo haben nur 30,1 % der Bevölkerung Zugang zu sauberem Trinkwasser und 24 % der Kinder sind von Unterernährung betroffen. Der übermäßige Abfluss von Oberflächenwasser durch Entwaldung führt zunehmend zu einer unzureichenden Anreicherung des Grundwassers. Der stellenweise übermäßige Einsatz von Düngmitteln und Pestiziden sowie der Mangel an sanitären Einrichtungen auf dem Land führt zu einer Verschlechterung der Qualität des Oberflächenwassers. Während der Trockenzeit trocknen die meisten Flüsse aus, was besonders die ländliche Bevölkerung trifft.

Wenn Brunnen austrocknen bleibt oft nur noch das graben .Die gesundheitliche Situation ist aufgrund fehlender sanitärer Einrichtungen, speziell in den ländlichen Regionen verbesserungswürdig. Landesweit gebären nur 43% der Frauen in einem Gesundheitszentrum, was zu einer hohen Säuglingsterblichkeit führt. In Togo sind nach Angaben des Roten Kreuzes nur 29,5% der Kinder geimpft. Die Kindersterblichkeit beträgt 10%, oftmals verursacht durch bakterielle, virale und parasitäre Krankheiten. Die häufigsten Krankheitserscheinungen sind Malaria, Durchfallerkrankungen und Prostataerkrankungen im Alter. Aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Situation und der unterrepräsentierten Gesundheitsversorgung in den ländlichen Regionen flüchten viele Menschen in die Städte, in der Hoffnung auf Arbeit und ein besseres Einkommen. Von der Landflucht sind in Togo mittlerweile 4 von 10 Dörfern betroffen.