Wälder haben im Leben der Menschen schon immer eine wichtige Rolle gespielt.

In allen Sagen und Mythologien, bei Naturgeistern und Göttern ist der Baum ein Symbol des ewigen Lebenskreislaufs in der Natur.

Naturerbe Wald

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Seit mehr als 30 Jahren schreitet der Waldverlust in Lokpo voran. Die beste Zeit einen Baum zu pflanzen war vor 20 Jahren, die zweitbeste ist heute.
Die Veränderungsanalyse der Landbedeckung verdeutlicht die fortschreitende Entwaldung in der Region Agou seit 2001. Der Waldverlust hat eine Vielzahl an direkten Auswirkungen auf das ökologische Gleichgewicht im Boden. Neben Veränderungen des Nährstoffkreislaufes und einem Rückgang der Artenvielfalt, kann die fortschreitende Entwaldung durch Bodenverdichtungen und höhere Erosions- und Überschwemmungsraten zu einer langfristigen Absenkung des Grundwasserspiegels führen.

Nebelschwaden ziehen frühmorgens durch die Wälder.Neben der Schaffung eines reinen Naturwaldes zur Verbesserung der Artenvielfalt wird als Grün- und Schutzgürtel um den Naturwald ein Nutzwald anlegen. Dieser wird so aufgebaut, dass am Rand des Waldes jene Baumarten etabliert werden, die Früchte und Samen zur Gewinnung und Weiterverarbeitung tragen.

Naturwald - Nutzwald - Sammelwald

Immer öfter findet man in den letzten Wäldern geschlagene Lichtungen die zum Maisanbau genutzt werden.

Schonender Umgang im und mit dem Wald ist das oberste Gebot bei PROJECT TOGO. Deshalb wird der Wald nach dem international renommierten Label FSC zertifiziert. Unser vorrangiges Ziel ist es, eine umweltgerechte, sozialverträgliche und wirtschaftlich tragfähige Bewirtschaftung der Wälder zu etablieren.

1886 pflanzten die ersten deutschen Kolonisten im Raum Kpalimé die ersten Alleen. Einige dieser Alleen stehen heute noch.Die im Projekt gepflanzten Bäume stammen aus den Klimazonen Togos und müssen sich nicht an neue Gegebenheiten anpassen. Bäume, die schnell wachsen, langsam wachsende Bäume, Tiefwurzler und Tellerwurzler sind in der Gruppe berücksichtigt worden. Mit der Ansiedlung der heimischen Baumarten soll die Tierwelt gestärkt und ihnen die Chance gegeben werden, sich in der Region wieder vermehrt anzusiedeln. Bei extremen Wetterveränderungen und dem resultierenden Temperaturanstieg sind diese Bäume gut bis sehr gut geeignet. Die Anpassungfähigkeit an die Wetterverhältnisse haben die Bäume über Jahrhunderte bewiesen. Durch das gezielte Anpflanzen der Bäume wird ein neuer Grüngürtel in Togo entstehen. Waldstress durch vermehrte anthropogene Einflüsse wird es in der Naturschutzzone nicht geben. Für den Schutz der Zone werden Förster eingesetzt, die auf eine nachhaltige Entwicklung der neuen Waldflächen achten.

Einheimischer Baumarten

Blick von der Bergen Kpalimé in Richtung Mount Agou.Ziel der Tätigkeiten ist die Pflanzung einheimischer Baumarten zur Schaffung einer Naturschutzzone. Langfristig soll sich aus der Naturschutzzone ein Naturwald entwickeln. Aus der Erhebung des Ist-Zustandes wurde deutlich, dass für die Etablierung eines Naturwaldes kein Düngebedarf besteht. Eine Bewässerung ist aufgrund der Pflanzenauswahl ebenfalls nicht notwendig. Da das Ziel der Tätigkeiten die Etablierung eines sich selbst regulierenden Ökosystemes ist, ist der Pflegeaufwand nur sehr gering. 

Selbst regulierendes Ökosystem

Die Natur ist zurück: Nach über 100 Jahren ist von dem ehemaligen Stützpunkt der deutschen Verwaltung bei Kpalimé nicht mehr viel übrig.Die Bodenbearbeitung findet zeitnah zur Pflanzung statt, um einer erneuten Verdichtung des Bodens vorzubeugen. Um eine natürliche Entwicklung zu unterstützen, ist kein striktes Pflanzschema vorgesehen. Die Bäume werden in Gruppen jeweils 24 Einheiten in geometrischer Anpassung an die örtlichen Gegebenheiten gepflanzt. Die Naturschutzzonen werden in einer Art gemanagt, die einer Entwicklung als natürliches, sich selbst regulierendes Ökosystem sicherstellt. Dabei wird besonderer Wert auf die Entwicklung von Flora und Fauna gelegt. Die Grenzen der Naturschutzflächen werden per GPS nach erfolgter Pflanzung eingemessen, da aufgrund der ortsangepassten Pflanzung eine vorherige Festlegung nicht möglich ist.

FSC Zertifizierung

Regeln für die nachhaltige Waldnutzung

Zeichen für nachhaltige ForstwirtschaftDer FSC hat weltweit einheitliche Grundprinzipien für verantwortungsvolle Waldwirtschaft definiert. Für deren Umsetzung werden auf nationaler Ebene Indikatoren nach einem einheitlichen Verfahren entwickelt. 

Informationen zur FSC Zertifizierung

Dieses Vorgehen reflektiert die unterschiedlichen sozio-kulturellen, ökologischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen eines Landes, ist durch das Dreikammersystem demokratisch und führt meist zu konsensfähigen Lösungen im nationalen Kontext. Alle nationalen FSC-Standards werden öffentlich konsultiert und in einem festgelegten Verfahren vom FSC International (A.C.) anerkannt. Der FSC stellt sicher, dass ein vergleichbar ambitioniertes Niveau erreicht wird. VOR ORT entscheiden lokale Umwelt- und Sozialverbände zusammen mit Waldbesitzern über einen möglichen Kompromiss. 

Die alte Allee von Kpalimé wurde 1883 angelegt. Sie führt in die Berge zur Grenze nach Ghana und ist Anziehungsmagnet für die wenigen (1.000) Touristen die jährlich Togo besuchen.